Hilfe bei Reflux

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Es gibt zwei grundlegende Unterarten von Reflux: gastroösophagealer Reflux und Stiller Reflux.

Die Ursachen und Behandlung der beiden Krankheiten unterscheiden sich.

GERD (Gastroösophagealer Reflux) – Speiseröhrenreflux

Gastroesophagealer Reflux findet in der Speiseröhre statt. Es handelt sich um den „normalen“ Reflux, mit Symptomen, die man typischerweise mit Reflux assoziiert: Sodbrennen, Schmerzen, Krämpfe und Druckgefühl in der Brust. Speiseröhrenreflux ist flüssig. Mageninhalt, insbesondere die Magensäure, gelangt in die Speiseröhre.

Stiller Reflux – Reflux in Hals und Atemwegen

Stiller Reflux dagegen liegt vor, wenn der Reflux Hals und Atemwege erreicht. Stiller Reflux liegt fast immer gasförmig vor, was ihn schwieriger zu erkennen macht. Er ist unsichtbar. Es handelt sich um winzige Mengen an Reflux. Da die Atemwege jedoch im Gegensatz zur Speiseröhre keine Resistenz gegen Reflux haben, richten selbst kleinste Mengen an Reflux Entzündungen an.

Während bei GERD Magensäure der Hauptverursacher der Symptome ist, wird Stiller Reflux in erster Linie durch das Magenenzym Pepsin verursacht. Pepsin schädigt Proteine und somit die Zellen der Atemwegsschleimhäute. Das Resultat dieser Schädigungen sind Entzündungen, welche die typischen Stiller Reflux Symptome erzeugen.

Typisch bei Stillem Reflux sind Heiserkeit, Husten und Asthma. Jedoch können eine ganze Reihe weitere Krankheitszeichen durch Stillen Reflux ausgelöst werden, wie Globus-Gefühl (=Kloß im Hals), Verschleimung, ungewöhnlich häufige Infekte, usw.

Behandlung von Stillem Reflux ist schwieriger

Grundsätzlich ist sowohl bei klassischem Reflux, als auch Stillem Reflux, eine Beseitigung der Auslöser am sinnvollsten, insbesondere langfristig. Oft bedeutet das eine Umstellung der Ernährung.

Nicht jeder ist jedoch zu dieser Umstellung bereit. Bei klassischem Reflux gibt es trotzdem viele Möglichkeiten, um den Symptomen Abhilfe zu schaffen. Medikamente zur Unterdrückung der Säureproduktion sind hochwirksam bei klassischem Reflux.

Stiller Reflux ist jedoch schwieriger zu behandeln, da nicht Säure das Hauptproblem ist, sondern das Magenenzym Pepsin. Gegen Pepsin existieren jedoch (noch) keine Medikamente.

Entsprechend ist eine Umstellung von Lebensweise und Ernährungsweise bei Stillem Reflux von weitaus höherer Priorität, als bei Speiseröhrenreflux.

Operationen

Für beide Arten von Reflux sind Operationen möglich.

Generell werden diese nur empfohlen, wenn andere Maßnahmen zur Kontrolle der Symptome fehlschlagen. Bei den Operationen wird das untere Speiseröhrenventil verstärkt, welches die Hauptbarriere gegen Reflux zwischen Speiseröhre und Magen darstellt.

Die häufigste Operation ist die sogenannte Nissen Fundoplicatio. Währen der OP wird ein Teil des Magens um das untere Speiseröhrenventil gewickelt. Die resultierende Schlinge verstärkt das Ventil, was Reflux vermindern soll.

Die OPs haben hohe Erfolgsraten bei klassischem Reflux. Stiller Reflux ist jedoch schwieriger durch Operationen zu beheben, da der gasförmige Stille Reflux schwieriger aufzuhalten ist, als der flüssige Speiseröhrenreflux.

Ernährungsumstellung

Wie bereits erwähnt, bringt eine Ernährungsumstellung Patienten meist langfristig am meisten. Gleichzeitig erfordert es jedoch auch die größte Mitarbeit des Patienten, weswegen die medikamentöse Therapie trotzdem oft erste Wahl ist, schlicht und ergreifend, da sie einfacher ist.

Gerade bei Stillem Reflux ist jedoch zu empfehlen, sich genauer mit passenden Diäten zu befassen, da die Erfolgsquote der medikamentösen Behandlung laut Studien gering ist.

Einige typische Empfehlungen solcher Diäten ist die Vermeidung später Mahlzeiten, fettarme Lebensmittel, sowie der Vermeidung typischer Refluxauslöser, wie Kaffee, Zwiebeln und kohlensäurehaltiger Getränke. Weiterhin wird bei Stillem Reflux die Vermeidung stark säurehaltiger Lebensmittel empfohlen, da Säure die Aktivität des Magenenzym Pepsins verstärkt.